Spermasexing

Mehr weibliche Wunschkälber - über die Besamung!

Milcherzeuger haben weit mehr Nutzen von weiblichen Kälbern. Ein lang gehegter Traum der Rinderzüchter wird langsam Wirklichkeit. Viele Forschergruppen auf allen Erdteilen haben an der Geschlechtsauftrennung von Sperma gearbeitet - und tun dies weiterhin.

Eine Methode bringt den Durchbruch. Die Methode des Spermasexing über die Durchfluss-Samenzell-Vereinzelung im Laserlicht bedient sich am Gewichtsunterschied im Erbgut der Samenfäden. "Weiblich vorherbestimmende" Samenfäden wiegen gegenüber "männlichen" durchschnittlich 3% mehr. Diesen zwar kleinen Unterschied zwischen den hälftigen Anteilen im Samen, kann diese Sortiertechnik messen und die vermischten Spermien trennen. Das gewünschte weibliche Geschlecht eines Kalbes kann mit gesextem Smaen über die Besamung so gesteuert werden, dass von 10 erhaltenen Kälbern mindestens 9 weiblich sind.


Technologie

Samen im Samenzell-Trenngerät (Flowzytometer) wird mit Floureszensfarbstoff angefärbt, mit Laserlicht bestrahlt und im elektrischen Feld in das "männliche" oder in das "weibliche" Sammelröhrchen aufgesplittet.

Alle biologisch geschädigten, nicht strahlenden, oder nicht klar zuordbaren Samenfäden werden verworfen. Im Gegensatz zu herkömmlich verarbeitetem Sperma enthält man aufgereinigtes und vitaleres, welches nach Konzentration und Zahl der Spermien pro Samendosis für den Praxiseinsatz geringer sein kann.


Auswahl der richtigen Tiere

Für gute Befruchtungsergebnisse sollten dennoch beste Voraussetzungen geschaffen werden. Besonders geeignet für die Besamung mit gesextem Sperma sind Jungrinder, da diese bessere Trächtigkeitsraten als Milchkühe haben. Da sie eine enger umgrenzte Zeitzone des Eisprunges während der gewöhnlich kürzeren Brunst haben, reicht weniger befruchtungsfähiges Sperma für eine sichere Konzeption. Sie haben zudem den besonderen Vorteil der Kalbeerleichterung für sich und das Kalb. Das zu besamende Tier muß gesund und fit sein. Sowohl Lahmheit, Husten oder Vorbehandlung zur Zyklussynchronistation sind nachteilig für gute Aufnahmerate. Mindestens 4 Wochen vor Besamungsreife sollten die Tiere stressarm gehalten (kleine Gruppe, keine Neugruppierung) und in guter Kondition sein. Insbesondere sollten sie nicht „zu fett“ gefüttert werden, jedoch gute Mineralstoff-, Vitamin- und Spurenelementversorgung erhalten.

Kühe in einsetzender Laktation sind im Stoffwechsel beansprucht; sie können mit gesextem Sperma aussichtsreich besamt werden, wenn sie von allein einen normalen Zyklus und eine gute Brunst zeigen. Kühe mit höherer Laktationszahl eignen sich zunehmend weniger.

Feldversuche mit gesextem Sperma im Vergleich zu herkömmlichen Sperma weisen etwa gleichgute Befruchtungsergebnisse bei Kalbinnen aus; bei Kühen sind sie etwa um 10 Prozentpunkte geringer. Dies ist durchaus auch hinnehmbar, wenn man es an der höheren Wertschöpfung aus der Besamung für ein weibliches Kalb misst.


Die Besamung selbst

Eine gute Brunstbeobachtung ist Voraussetzung. Wer seine Tiere kennt, weiß um deren Zykluslänge nach seiner Einzelaufzeichnung. Tiere mit schwankenden Zykluslängen sind weniger fruchtbar und ungeeignet. Das gesexte Sperma sollte für den Einsteiger nur in der Erstbesamung (nicht Doppel- oder Nach-) Verwendung finden. Für den Besamungspraktiker gilt: Auftauempfehlung – 40 Sekunden bei 37 ° C – immer nur eine Portion auftauen – sich konzentrieren. Tier in der Gruppe belassen und fixieren, zur Stressvermeidung nicht allein stellen. Die Besamung soll 12 Stunden nach Beginn des Duldungsreflexes vorgenommen werden.